Mit einem Besuch der Cosquer Höhle nehmen wir Abschied von unseren prähistorischen Reisebegleitern. Das Original wurde erst in den 90igern vom Taucher Henri Cosquer entdeckt. Der Höhleneingang liegt heute in 35 m Tiefe in den zerklüfteten Steilufern der Calanques und ist nicht erschlossen. In der Eiszeit lag der Meeresspiegel um mehr als 100 m tiefer als heute und die Menschen des Gravettien gelangten trockenen Fußes in die Grotte. Ab 10000 vor Christus war der Eingang geflutet und die Malereien blieben vollständig unberührt – zumindest die oberhalb des Meeresspiegels. In den letzten Jahren knabbert schon der Klimawandel an den Kunstwerken. 

Die Besichtigung der Nachbildung erfolgt mit einer Art Grottenbahn, was die Illusion unserer Meinung nach etwas beeinträchtigt, dafür den Zugang für Behinderte ermöglicht. Man sollte diese Höhle daher eher vor den Repliken von Chauvet und Lascaux besuchen, dann ist es eindrucksvoller. Einmalig, weil sonst nirgends abgebildet sind Zeichnungen und Ritzungen von Meerestieren, wie Robben und im Audioguide als Pinguine verkaufte Riesenalke.

Der Wind hat die Wolken davon geblasen, dafür fahren heute keine Fähren und zum Baden ist es zu kalt. Ideal daher zum Segeln oder Wandern in den Calanques. 

Die Route, die der Bergfex vorschlägt, ist als mittelschwer bewertet und landschaftlich überwältigend. Fröhlich traben wir los. Die Stöcke sind natürlich wie immer zu Hause geblieben. Das rächt sich schon bald, der Weg wird zunehmend gebirgiger. Zu denken hätte uns vielleicht geben sollen, dass uns nur junge, sportliche Menschen auf diesem Pfad begegnen. Sind zunächst noch Stufen in den Fels gehauen, ist der Durchstieg am Col du Bres schon eine Kletterei und bergab dann, was ich besonders schätze, eine ausgesetzte Serpentine über Hangschutt. Ja, wir sind noch am Weg, kürzen dann aber direkt nach Les Goudes ab und umrunden das Kap und die Überreste eines Bunkers aus dem 2. Weltkrieg. Die Fähre fährt immer noch nicht, daher nehmen wir den Bus zurück in die Stadt.

Im Fischerhafen Vallon d’Auffes soll es gute Restaurants geben. Das haben aber offensichtlich alle gelesen und die Bucht ist gesteckt voll. Daher nichts wie weg! Gleich ums Eck hat ein Restaurant neu eröffnet und wir gönnen uns ein gutes französisches Abendessen mit gratinierten Muscheln und Minicalamari als Vorspeisen und einer gegrillten Dorade für mich und einer wunderbar zarten Entenbrust für Klaus. Und ein Freibier fürs Warten obendrauf!