700 Stufen führt der Weg ins Erdinnere. Nicht der Mensch, sondern die Natur hat hier Kunstwerke geschaffen, die ihresgleichen suchen! Staunend stehen wir vor diesem Tropfsteinwunderland im Aven d’Orgnac, eine der größten Schauhöhlen Frankreichs: filigrane Säulen, mächtige Stalagmiten und bunte Steinvorhänge.
Doch heute liegt noch ein weiter Weg vor uns und wir sind noch nicht sehr weit gekommen. Bergauf, bergab schlängeln wir uns über die Cevennen, auf den Almen blüht der Ginster, in den mittelalterlichen Dörfern duftende Rosen. Überhaupt duftet Frankreich wunderbar nicht nur nach der allgegenwärtigen Lavendelseife, sondern nach Kräutern jeder Art.
Viel mehr als ein 50iger – Schnitt geht nicht. Bis zur Tarnschlucht zieht sich’s.
Hier reiht sich ein malerischer Ort an den anderen, die alten Steinhäuschen an die Felsen gepickt. Wir rätseln, was die Bewohner dazu getrieben hat, sich in dieser nur schwer zugänglichen Schlucht anzusiedeln. Auch heute noch sind manche Orte nur über den Wasserweg oder zu Fuß zu erreichen. Schutz in unsicheren Zeiten dürfte wohl ein Motiv gewesen sein. Bereits zu Zeiten der Völkerwanderung verschanzte man sich hier vor den anrückenden Franken.
Jetzt noch die letzten Kehren und im Herzen der Gorges du Tarn ragen vor uns die Mauern von La Malene auf: das entzückende mittelalterliche Schlösschen soll für die kommenden zwei Nächte unsere Heimat sein. Stilgerecht serviert man gebackene Froschschenkel als Entré des feudalen Abendmenüs.