Auf unserem Weg nach Süden wechseln wir nicht nur mehrfach die Departmentgrenzen (überaus verwirrend) sondern auch den geschichtlichen Rahmen: Beginnend mit Monpazier, einem Musterbeispiel einer mittelalterlichen Bastide, mit Arkadengängen, die den zentralen Platz mit der Markthalle säumen und natürlich eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Um Halbzehn ist die Stadt noch wie ausgestorben, auch der Kellner sitzt selbst noch beim Espresso.
Unser nächstes Ziel ist die Burg Bonaguil. Dorthin führen über Berg- und Tal zumeist einspurige Straßen. Es muss irgendwo bessere geben, da auch Busse die Burg anfahren, aber unserem Navi sind die wohl zu minder. Auf Abbildungen thront die Festung auf einem Fels. Von weitem ist jedoch nichts zu sehen. Man nähert sich von hinten durch den Wald. Ja, die Burg ist so gut versteckt, dass die Feinde sie, ohne Navi, nicht gefunden haben, was den super Erhaltungszustand erklärt.
Ab Toulouse geht es auf der Autobahn dann um einiges rascher weiter und wir werfen den Anker. Auf Reede liegen hat nur den Nachteil, dass bis ins Innere der riesigen Burg noch ein schönes Stück zu Fuß, durch die mehrfachen Befestigungsringe hindurch, zu bewältigen ist. Wir beziehen unser Quartier mit Blick auf die Basilika St. Nazaire. (Als Kathedrale fungiert jetzt die Kirche der Unterstadt. Der Hatscher herauf auf die Burg wurde den Bischöfen wahrscheinlich zu viel).
Zweimal schleift mich mein Achilles auf der Suche nach Nahrung um die Mauern der Burg, vielleicht nicht aus Grausamkeit, sondern aus Orientierungslosigkeit. Doch als Lohn der Mühe: ein wahrhaft königliches Beispiel französischer Kochkunst auf den Mauern von Carcassonne.