“Es ist wie Radfahren”, meint der Klaus mit einem breiten Grinsen im Gesicht. 18 m³/s statt der sommerlichen 5-6 verspricht dem Könner einigen Spaß in der Schlucht der Ardeche – und bestärkt mich in meiner Zurückhaltung. Auch von der geplanten Uferwanderung rät der Bootsvermieter wegen des erhöhten Wasserstandes ab. Also nehme ich per Auto die Verfolgung auf – und erwische den Meisterpaddler gerade rechtzeitig an den Schnellen, ehe er am Pont d’Arc wieder entschwindet.
Nass und happy bekomme ich meinen Abenteurer wieder.
Am Nachmittag begeben wir uns ein paar Jahrzehntausende zurück in die Steinzeit. Höhlenbären und Höhlenlöwen, Riesenhirsche, Auerochsen und Wildpferde teilen sich mit den Menschen des Aurignacien den unwirtlichen Lebensraum. Dennoch, in der Chauvethöhle wohnten nur die Bären, Menschen kamen nur hier her um ihre Kunst zu leben. Die Malereien gehören mit zu den ältesten der Welt und werden auf ca. 36000 v. Chr. geschätzt. Unglaublich die jagenden Löwen, kämpfenden Wollnashörner und galoppierenden Pferde mit wehender Mähne! Unglaublich auch, die ganze Pracht der UNESCO Welterbestätte gehört exklusiv uns alleine. Der Massentourismus hat mittwochs wohl ebenso wie die Geschäfte Pause.
Zum Auslüften wandern wir noch ein Stündchen durch den Steineichenwald, echte Tiersichtungen – wars etwa ein Wildschwein, oder sogar doch ein Wolf? – inklusive. Der Blick gegen Westen weist auf kommende Abenteuer hin. Cevennen, wir kommen!