Um die Stadtmauern von Carcasson zu besichtigen, ist es noch viel zu früh. Wir brechen daher unsere Zelte ab und fahren in die Unterstadt, die Bastide St. Louis, wo der Einheimische wohnt. Die 2 Kirchen waren wegen Bauarbeiten geschlossen, die Ramschgeschäfte reißen uns auch nicht vom Hocker, aber der Espresso am alten Hauptplatz und das Erdbeertörtchen sind ausgezeichnet.

Derart gestärkt machen wir uns auf den langen Weg zurück. Bei Narbonne, der erste Blick aufs Meer, in Aigues Mortes dann eine sehenswerte Befestigungsanlagen, rundum vollständig erhalten, mit Wehrgang, Türmen und einem Leuchtturm versehen. Von hier aus startete einst Louis IX. seinen unnötigen Kreuzzug, von den Franzosen wird er jedoch bis heute als Held und Heiliger verehrt.

Dabei war die Stadt nicht immer dem katholischen Lager zuzurechnen. So wurde der Turm nicht nur als Salzlager, sondern während der Religionskriege auch als Gefängnis für die besiegten Protestanten genutzt.

Der einstige Hafen ist mittlerweile verlandet und das Meer nur durch einen Kanal (bzw. die parallel verlaufende Straße) zu erreichen. Rechts Flamingo, links Flamingo – die Etangs sind voll davon.

An den Salinen vorbei fahren wir zum Proletenstrand nach Grau du Roi, dem ersten Seebad für die breite Masse. Sonne, Sand und Meer, Karussell, Eisstandln, Strandzubehör und Möven sind auch heute noch quantitativ vertreten. Nach einem kurzen Bad im Meer zieht es uns weiter zu unserem Zimmer am Pool in einer kleinen Finca, oder wie auch immer man das hier nennt, in der Camargue.

Abends starten wir noch einen Versuch, eine der großen romanischen Kirchen, die es hier wie Sand im Meer zu geben scheint, zu besichtigen. Diesmal ist Klaus nicht ganz adäquat gekleidet und die Kirche gut besucht – daher gestatten wir uns nur einen kurzen Blick von der Seite. Das Prunkstück, die schwarze Sara, die Schutzherrin der Roma, ist uns dabei entgangen. Von zwei Heiligen Marien sollen hier Reliquien aufbewahrt werden, daher auch der Name Saintes Maries de la Mer. Sonst hat der Ort einiges an Gastronomie zu bieten. Der spanische Einfluss ist hier mit Tapas und Paellas nicht zu leugnen. Ich halte mich an Fisch und Meeresfrüchte, Klaus genehmigt sich einen Burger vom hiesigen Stier – obwohl der hier gepflogene Kampf nicht das Ende des Tieres – und wenn er schnell genug davon rennt, auch nicht des Matadors – bedeutet.