Am Morgen haben wir die Dordogne noch ganz für uns alleine. Wir gleiten mit unserem Kanu (viel bequemer als der Kajak) durch eine völlig naturbelassene Flusslandschaft, auf überhängenden Ästen warten die Reiher auf Beute, auf den Schotterinseln brüten die Flussseeschwalben, ein roter Milan quert in geringer Höhe den Fluss, Frösche quaken aus den Altwässern.
Auch die Dordogne hat sich über die Jahrtausende tief in das Gestein eingeschnitten, senkrechte Felswände, die Ablagerungsschichten der Sedimente noch gut erkennbar, spiegeln sich im Wasser. Das Gefälle ist wesentlich geringer als in der Tarnschlucht oder an der Ardeche, die Schnellen daher vergleichsweise harmlos.
Nur wenige Siedlungen befinden sich wie unser Zielort Meyronne direkt am Ufer. Lieber baut man hochwasserfrei wenn nötig in den Fels. Dies gilt auch für die – einspurigen – Straßen.
Um der Hitze zu entgehen, begeben wir uns am Nachmittag wieder einmal unter die Erde. Der Gouffre de Padirac ist nur wenige Autominuten entfernt. Der Einstieg erfolgt über einen kreisrunden Schlund (Gouffre) mit 35 m Durchmesser. Die Höhle wurde bereits im 19. Jahrhundert als Schauhöhle ausgebaut. Heutzutage gibt es für fußmarode auch einen Lift.
Die Höhle wird von einem unterirdischen Fluss durchflossen, der im zugänglichen Teil mit Booten befahren wird. In 2 Tauchexpeditionen wurde das System erkundet. Es entwässert zur Dordogne, ist ca. 12 km lang und tritt bei Monvalent als Karstquelle zu Tage.
Wir folgen dem ausgewaschen Gang an zwei Seen vorbei und gelangen schließlich zum “großen Dom”, dessen Decke eine Höhe von mehr als 100 m aufweist. Die Vielfalt der Höhlen ist hier einfach beeindruckend!